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MĂŒde und ausgelaugt am Tag? Die TrĂ€gheit kennt so einige Auslöser aber schlechter Nachtschlaf könnte einer davon sein. Die Nacht ist zu kurz (und zu wertvoll), um schlecht zu schlafen! Zudem setzt Du Dich auch einem nicht zu verachtenden Gesundheitsrisiko aus, wenn Du auf die essentiellen Erholungsstunden verzichtest. Falls die nĂ€chtliche Ruhe ungewollt gestört wird, helfen Dir unsere 13 Tipps zum besser schlafen.
Kurze Geschichte des Schlafens
Warum schlafen wir ĂŒberhaupt? Dieses RĂ€tsel beschĂ€ftigt auch heute noch die Wissenschaft und eine prĂ€zise Antwort darauf existiert noch nicht. Ein Grund dafĂŒr könnte die KomplexitĂ€t des Schlafens darstellen. WĂ€hrend es fĂŒr Dich bei einem einfachem Augen-SchlieĂen / Augen-Ăffnen bleibt, wirkt unser Körper in dieser Zeit wahre Wunder.
Simpel formuliert, beseitigt Dein Hirn in dieser Zeit die Abfallstoffe des tĂ€glichen Denkprozesses. Zudem werden erlebte EindrĂŒcke sortiert, verarbeitet und gespeichert. Auch der restliche Organismus bekommt die dringend nötige Zeit, den Körper mal ordentlich auf Vordermann zu bringen. (z.B. Muskelwachstum)
Zusammengefasst lÀsst sich allerdings festhalten:
- Jedes Lebewesen schlĂ€ftâŠ
- âŠaber nicht jedes Lebewesen erlebt eine REM-Phase (wo unter anderem TrĂ€ume stattfinden)
- Im Schlaf ist ein Lebewesen grundsĂ€tzlich angreifbar â trotzdem scheint der evolutionĂ€re Nutzen den Nachteilen zu ĂŒberwiegen.
- Ein Lebewesen ohne Schlaf stirbt innerhalb kurzer Zeit.
Besser schlafen bedeutet besser leben
Wer jemals schlecht geschlafen hat, weiĂ wovon wir reden. War die Nacht kurz oder einfach nicht erholsam, gestaltet sich der darauffolgende Tag genau so mĂŒhsam.
Dabei stellt sich Schlafentzug auf mehreren Ebenen als gefĂ€hrlich heraus. Ein Vergleich im StraĂenverkehr zeigt, dass Schlafentzug mindestens genauso riskant ausfĂ€llt, wie Alkohol am Steuer. Ohne Ruhepausen nimmt Deine Reaktionszeit um 400% zu.
Auf der anderen Seite beeinflusst Schlafmangel Deine GefĂŒhle. Er ruft irrationale Emotionen und so auch unberechenbare Handlungen hervor. (Ein Streit in der Beziehung kann bei ĂbermĂŒdung schon mal schnell vom Zaun brechen.)
Aber auch im Beruf â 60 Minuten mehr oder weniger entscheiden darĂŒber, ob Deine Mitarbeiter ehrlicher, kreativer, innovativer, kooperativer und produktiver agieren oder eben NICHT.
INFO: Gerade Manager oder FĂŒhrungskrĂ€fte leiden oft unter beruflichen Druck und ein guter Schlaf kommt da sehr hĂ€ufig zu kurz. Das wirkt sich unweigerlich auf die Stimmung im Team aus. Du kennst sicherlich solle Tage/Situationen bei Deinem Vorgesetzten!
FĂŒr alle die Abnehmen wollen, noch eine schlechte Nachricht: Zu wenig Schlaf kann zur Gewichtszunahme fĂŒhren. Der Schlummerentzug hemmt das âSĂ€ttigungshormonâ Leptin und fördert das âHungerhormonâ Ghrelin. Dies fĂŒhrt in weiterer Folge obendrein dazu, dass Du nach der Nahrungsaufnahme kaum noch satt wirst.
Jetzt weiĂt Du warum Dich nach einer durchzechten Nacht der Hunger ĂŒberkommt (und dabei ein Burger oder Döner selten genug ist).
Trotz all dieser negativen Folgen wird ein guter Schlaf immer noch nicht wertgeschÀtzt. Was muss noch passieren, bis ein Wandel in der Gesellschaft stattfinden? Hier deshalb noch ein paar Hiobsbotschaften:
- Gesenkte Stimmung
- Erhöhte Reizbarkeit
- Probleme und KommunikationsmissverstÀndnisse in Zwischenmenschlichen-Beziehungen
- Geringeres Muskelwachstum (fĂŒr Kraftsportler)
- Verringerte Immunabwehr
- Schlechteres Reaktionsvermögen
- Mindere (Arbeits-)Leistung
- Gehemmtes Erinnerungsvermögen
- Negativer Einfluss auf den Hormonhaushalt (z.B. weniger Lust auf Sex)
- Depression
- AngstzustÀnde
- Hohen Blutdruck
- Herz Beschwerden
- Ăbergewicht
- Typ 2 Diabetes
- âŠ
Schlafen Basics â Wissen zur Schlafhygiene
GekĂŒrzt und zusammengefasst fĂŒr alle Jene, die nicht nur besser schlafen, sondern mehr wissen wollen.
A) Wie 2 Schlafrhythmen ĂŒber Deine MĂŒdigkeitslevel entscheiden
Jeder Mensch folgt einem empfindlichen 24 Stunden Rhythmus. Diese Taktung wird durch folgende zwei Faktoren bestimmt.
1. Zirkadiane Rhythmusâ Der angesprochene 24 Tag-Nacht-Biorhythmus wird vom Hirn gesteuert und richtet sich in der Regel nach Sonnenauf- und -untergang. Er bestimmt auch Deine prĂ€ferierten Schlafens- sowie Aufstehzeiten und definiert dadurch, ob Du Dich zu den LangschlĂ€fern oder FrĂŒhaufstehern zĂ€hlst.
Ein wesentlicher Aspekt fĂŒr den zirkadianen Rhythmus ist das durch die Sonne gesteuerte Hormon Melatonin:
INFO: Unsere innere Uhr weist leider kleine Unstimmigkeiten in der Kalibration auf. WĂ€hrend fĂŒr junge Menschen der Tag etwas lĂ€nger als 24 dauert, zĂ€hlt der Rhythmus bei Ălteren unter 24 Stunden. Unter anderem deshalb sind die Jungen schwer aus dem Bett zu bekommen und der Pensionist von Nebenan streunt bereits um 6 Uhr morgens im Garten rum.
2. Adenosin â Vereinfacht kannst Du Dir den Adenosin-Spiegel wie ein Fass vorstellen. Ăber den Tag fĂŒllt sich das BehĂ€ltnis, wird schwerer und drĂŒckt Dich auf die Couch oder ins Bett. Ab einer gewissen Menge Adenosin wirst Du MĂŒde.
In der Nacht wird Druck aus dem Fass ausgelassen und somit Adenosin abgebaut. Ohne Adenosin starten gewisse Regionen Deines Körpers am Morgen wieder richtig durch.
B) Besser schlafen als LĂ€rche oder Eule?
Lt. derzeitigen Forschungsstand gelten etwa 40% der Bevölkerung als Morgenmenschen (LÀrchen), 30% als Abendmenschen (Eulen) und die restlichen 30% pendeln in der Mitte.
FrĂŒher sicherte ein solcher Wach- Schlafversatz das Ăberleben als Gruppe. WĂ€hrend die FrĂŒhaufsteher morgens ĂŒber die Gruppe wachten, hielten die LangschlĂ€fer in den Abendstunden Wache.
Was aus Sicht der Evolution durchaus Sinn macht, spaltet heute die Gesellschaft. Langes Schlafen wird immer noch als Faulheit fehlinterpretiert. Dabei ist der zirkadiane Rhythmus tief in unserer DNA verwurzelt und keinesfalls eine freie Entscheidung!
C) Welche Schlafphasen gibt es?
In der Regel unterscheidet die Wissenschaft zwischen 4 Schlaf-Stadien. Zur Vereinfachung brechen wir es auf die folgenden 3 bekannte Schlaf-Phasen runter:
Leichter Schlaf â Dient als Ăbergang in die anderen Schlafphasen und ist dem Wachzustand am nĂ€chsten.
Tiefschlaf Phase (Non REM Schlaf) â Gerade in den ersten Schlafzyklen nimmt der Tiefschlaf einen gröĂeren Anteil des Schlafes ein. (In spĂ€teren Schlafzyklen ĂŒberwiegt der REM-Schlaf)
In dieser Zeit werden unsere Erlebnisse und Informationen aus dem KurzzeitgedÀchtnis sortiert und alles Wichtige ins LangzeitgedÀchtnis gespeichert. Ja Lernen findet tatsÀchlich im Schlaf statt und Wissen benötigt mehrere NÀchte um gefestigt zu werden!
Wissen (Speicherung individueller Fakten)
REM Phase â Wer nur kurz schlĂ€ft, verzichtet mitunter auf den kostbaren REM Schlaf. Dabei fördert die Rapid Eye Movement genannte Phase Deine KreativitĂ€t sowie soziale Verhaltensweisen. Auch die TrĂ€ume finden in dieser Schlafphase statt.
Weisheit (Erkennen der Gesamtbedeutung aus sÀmtlichen Fakten)
In Kombination der Tiefschlaf- und REM-Phase entsteht ein Zyklus aus Lernen und Verstehen.
INFO: Ein Zyklus der Schlafphasen dauert etwa 1,5 Stunden und wiederholt sich mehrmals pro Nacht.
TrĂ€ume fĂŒhlen sich daher deshalb so real an, da sie in Deinem Hirn wirklich passieren. LĂ€ufst Du im Traum, werden dieselben Signale wie ein richtiger Schritt vom Hirn an die Beine gesandt aber durch einen Pförtner im Kopf blockiert.
Funktioniert dieses Regeltor nicht ordentlich, Zuckst Du im Schlaf oder leidest sogar unter Schlafwandeln. Babys bewegen sich ĂŒbrigens deshalb im Schlaf so viel, weil deren Pförtner noch nicht ordentlich funktioniert und zu viele Traumsignale durchlĂ€sst.
D) Wie viel Schlaf benötigt der Mensch?
Selbst falls sich manche Menschen damit rĂŒhmen weniger Schlaf zu benötigen, kann mittlerweile nachgewiesen werden, dass Schlafentzug schĂ€dlich ausfĂ€llt. In der Regel gelten folgende Zeiten:
- Neugeborene = 16 â 18 Stunden
- Vorschulkinder = 11 â 12 Stunden
- Schulkinder = Mindestens 10 Stunden
- Teenager = 9 â 10 Stunden
- Erwachsene jedes Alters (auch Pensionisten!) = 7 â 8 Stunden

E) Guter Schlaf und das Erinnerungsvermögen
Die auch als KurzzeitgedĂ€chtnis bekannte Hirnregion Hippocampus dient zum Zwischenlagern von kurzen EindrĂŒcken. Dabei ist die SpeicherkapazitĂ€t des Hippocampus begrenzt.
Fehlt der Schlaf und somit der Schreibvorgang ins LangzeitgedĂ€chtnis werden Erinnerungen, Wissen oder EindrĂŒcke im Hippocampus einfach gelöscht bzw. ĂŒberschrieben. Diese Problematik wird Interferenz genannt.
13 Tipps â Was tun um nachts besser schlafen zu können?
Schlechter Schlaf muss nicht sein â die folgenden 13 Tipps fördern die Nachtruhe und lassen Dich besser schlafen!
- 1. RegelmĂ€Ăiger Schlafrhythmus â Expertenmeinungen zeichnen ein eindeutiges Bild: RegelmĂ€Ăigkeit bei den Zubettgehen- und Aufwach-Zeiten ist essentiell fĂŒr eine ordentliche Schlafhygiene.
TIPP: Wer nicht auf die gehörige Portion Schlaf verzichten will â Den Wecker nicht nur zum Aufwachen benĂŒtzen, sondern sich Erinnerungen zum Schlafen gehen einstellen.
Die Schlafenszeit sollte optimalerweise an die Schlafzyklen angepasst werden. (6 â 7,5 â 9 Stunden)
- 2. TĂ€gliche Bewegung â Etwa 30 Minutenam Tag körperliche BetĂ€tigung reichen fĂŒr einen besseren Schlaf aus. Aber höchstens 2 bis 3 Stunden vor dem schlafen gehen aktiv sein. Ansonsten könnte Dich die erhöhte Körpertemperatur wachhalten.
- 3. Koffein vermeiden â Die Wirkung der Substanz kann bis zu 8 Stunden andauern. Halte Dich also mit Kaffee, Energydrinks, Cola oder bestimmte Tee Sorten am Nachmittag zurĂŒck.
- 4. Wirkung Nikotin â Nikotin hĂ€lt Dich wach und steht mit einem leichten Schlaf in Verbindung. Zudem kann Dich als Raucher der Nikotinentzug aufwecken und zu frĂŒh aus dem Bett holen.
- 5. Kein Alkohol vor dem Schlafengehen â Alkohol macht doch mĂŒde? Nicht ganz, der spĂ€te Drink kann Deinen REM-Schlaf hemmen, Deine nĂ€chtliche Atmung negativ beeinflussen und sorgt dafĂŒr, dass Du in der Nacht nicht durchschlĂ€fst, sondern das WC aufsuchst.
- 6. Keine ĂŒppigen Mahlzeiten am Abend â Zu spĂ€tes Abendessen beeintrĂ€chtigt den Schlaf. Iss daher lieber etwas frĂŒher am Abend oder weniger. Hilft ĂŒbrigens auch fĂŒr die Gewichtkontrolle.
- 7. Powernap/Siesta/Inemuri â Der kurze Schlaf ist durchaus in Ordnung, allerdings nicht nach 15:00 Uhr. Sonst schlĂ€fst Du unter UmstĂ€nden am Abend schwer ein.
- 8. Abendrituale â Statt sich dem grellen TV-Licht auszusetzen, solltest Du eine entspannende TĂ€tigkeit wĂ€hlen. Lesen oder entspannte Musik hören gelten dabei als bewĂ€hrte Klassiker.
- 9. Ein heiĂes Bad zum besser schlafen â TatsĂ€chlich ist am Mythos was dran: Nach dem heiĂen Bad steigert sich die Blutzirkulation, weshalb Deine Körpertemperatur entgegen der Umgebung sinkt. Die kurze Auszeit hilft auĂerdem beim Abschalten stressbehafteter Gedanken.
- 10. Dunkles und kĂŒhles Schlafzimmer ohne Ablenkung â FĂŒr einen guten Schlaf sorgt eine kĂŒhle Umgebungstemperatur. Helle Lichtquellen (z.B. auch von LEDs) können wie erwĂ€hnt stören. Drehe also Deinen Wecker um und starre nicht regelmĂ€Ăig auf die Uhrzeit.
Zudem solltest Du Dein Smartphone aus dem Schlafzimmer verbannen. Wer den empfohlenen durchgÀngigen Schlaf erreichen will, sollte nicht von Nachrichten geweckt werden.
- 11. Am Tag Sonne tanken â Sonnenlicht am Morgen und Abend helfen Deiner inneren Uhr bei der Kalibrierung. Ca. 30 Minuten bis zu einer Stunde natĂŒrliches Sonnenlicht sollten dabei ausreichen.
- 12. Nicht wach im Bett verweilen â Falls Du nach 20 Minuten immer noch nicht schlafen kannst, steh auf und unternimm etwas Entspannendes.

- 13. Vorsicht bei Medikamenten â Schlaftabletten gelten auf lĂ€ngere Sicht sogar als Kontraproduktiv. Bei anderen Mitteln und Schlafproblemen empfehlen wir dringend ein GesprĂ€ch mit dem Arzt zu suchen.
Fazit â Schlafe gut und bleib gesund
Um den Schlaf ranken sich noch so einige ungelöste Mysterien. Was allerdings Fakt ist: Eine fehlgeleitete Schlafhygiene fĂŒhrt zu unruhigen Schlaf und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.
Was wir hier nicht erwĂ€hnt hatten, ist die Optimierung des Schlafplatzes. Aufbau des Bettes, HĂ€rtegrade der Matratze, passende Polster und Decken sowie angenehme BettwĂ€sche sind ebenfalls essentiell fĂŒr eine erholsame Nacht. Daher empfehlen wir gerade beim Thema rund um den Schlafplatz nicht am Sparhahn zu drehen.
Zuletzt betrachten wir die 13 Tipps zum besser schlafen als durchwegs machbar. Solltest Du dennoch unter Schlaflosigkeit (Insomnie) oder Schlafapnoe (Atemstillstand im Schlaf) leiden, solltest Du Kontakt mit einem Arzt aufnehmen.
Was hilft Dir gut zu schlafen? Oder bist Du wie wir ein LangschlĂ€fer gefangen in einer Welt von FrĂŒhaufstehern? Lass uns von Deinen Zubettgehen-Ritualen gleich unten in den Kommentaren wissen!
FAQ â Alles rund um die Schlafhygiene
Gehe nicht gleich ins Bett, wenn sich die MĂŒdigkeit einstellt. Dein Tagesrhythmus betrĂ€gt vermutlich weniger als 24 Stunden.
So sehr sich das einige WĂŒnschen lautet die Antwort: Nein! Selbst wenn es sich am Wochenende manchmal so anfĂŒhlt, versĂ€umter Schlaf lĂ€sst sich nicht wieder aufholen.
Nein â sie können nur nicht mehr so lange schlafen. Das ist ein Problem. Weniger Schlaf ist als Symptom zu sehen. Die Ursachen können vielseitig sein.
Generell helfen unsere 13 Tipps. Dazu noch nicht allzu viel vor dem Schlafengehen trinken und eine durchgÀngige Nacht sollte kein Problem sein.
Falls sich das Schlafgemach nicht kĂŒhl halten lĂ€sst, kann eine lauwarme (nicht kalte) Dusche vor dem Schlafgehen helfen.
Zudem solltest Du auf schweres oder spÀtes Essen verzichten. Alkohol und Kaffee sind ebenfalls tabu.
Quellen & weitere Infos
NIH Medline Plus [08/2021]. National Libraray of Medicine. Healthy Sleep, Sleep Hygeine.
WALKER, Matthew. Why we sleep: the new science of sleep and dreams. Penguin UK, 2017.
Sleep Foundation â https://sleepfoundation.org


