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Dem einen schlottern bereits beim Gedanken daran die Knie, dem anderen entfacht es ein Feuerwerk der Gefühle – der tiefe Blickkontakt lässt niemanden kalt. Als Kommunikationsmedium verraten Deine Augen im Augenblick mehr über Dich, also Du vielleicht denkst. Der Augenkontakt zählt zur nonverbalen Kommunikation und ist unweigerlich mit Deiner Mimik verbunden.
Das Tor zur Seele – was Blickkontakt bewirkt
„Ein Blick sagt mehr als tausend Worte“
Tatsache ist, dass Menschen mit Ihren Augen mehr als nur ihre Umwelt wahrnehmen. Mit den Augen transportierst Du Deine Emotionen. Bewusst oder unbewusst vermittelst Du einen Eindruck Deiner Gefühlslage. Selbst Tiere nutzen diese Art der Kommunikation und zeigen dadurch Zorn, Wohlwollen oder Trauer.
Somit sollte klar sein: Der Blickkontakt stellt ein unvermeidbares Kommunikationsmittel dar. Selbst wenn Du jemanden nicht ansiehst, besitzt der abgewandte Blick eine Aussagekraft. Du kannst mit Deinen Augen nicht „nicht Kommunizieren“!
Die Augen – das Tor zur Seele – hinterlassen beim ersten Treffen unweigerlich einen ersten Eindruck. Der erste Blickkontakt kann Vertrauen oder Interesse vermitteln. Ein abschweifender Blick spricht hingegen von Unsicherheit oder Nervosität. Bei einem Augenrollen sollte klar sein, was Dein Gegenüber Dir vermitteln will.
INFO: Der Blickkontakt gilt als Vertrauensbeweis. Kannst Du jemanden nicht in die Augen sehen? Dann fühlst Du Dich wohl möglich schuldig?
Exkurs: Was die Augenfarbe zum Blickkontakt beiträgt
Braune Augen lassen Männer dominanter wirken als blaue Augen. Wobei dieser Faktor stark mit den Gesichtszügen der Person verknüpft ist.1
Zudem noch ein Vorteil für braune Augen: Jene Personen wird eine höhere Vertrauenswürdigkeit unterstellt.
Abseits davon sollte nicht zu viel in die Farbe der Augen interpretiert werden. Gesichtszüge, Mimik und andere Faktoren spielen bei der Kommunikation essentiellere Rollen.
Den Blickkontakt einsetzen
Laut Studien wird ein längerer Blickkontakt als 3,3 Sekunden als unangenehm empfunden.2 Andere Untersuchungen sprechen von einer Schwelle von 3,2 Sekunden.3 Was für Dich konkret bedeutet, dass Du gar nicht erst permanenten Augenkontakt aufrecht halten musst.
Vielen Menschen fällt es schwer, sich auf den Blickkontakt zu konzentrieren. Klar, der Vorgang kostet Deinem Gehirn Energie, dass es lieber für die Wortfindung verwenden würde.4 Lass Dir daher nicht einreden, um jeden Preis Blickkontakt halten zu müssen. Denn ständiges Starren könnte auch negative Folgen mit sich ziehen. Generell vermittelt der Augenkontakt:
- Interesse am Gespräch und dem Gegenüber
- Vertrauensdarlegung
- Selbstbewusstsein oder Dominanz
- Emotionen: Freude, Trauer, Verzweiflung, Liebe, …
WICHTIG: Blickkontakt kann immer positiv oder negativ interpretiert werden. Der Kontext entscheidet, welche Signalwirkung Deine Blicke mit sich ziehen.
Zudem solltest Du wissen, dass nicht nur der direkte Blick in das Auge als Blickkontakt interpretiert wird. Je nach Entfernung zum Gegenüber werden Blicke ins Gesicht als Blickkontakt wahrgenommen. Bei einer Besprechung oder einem Vortrag reicht es bereits aus, Deinen Blick durch das Publikum schweifen zu lassen, ohne jedermanns Augen zu fixieren.
Blickkontakt im Beruf
Täglich passiert es im Büro: Blickkontakte vermitteln eine Menge an Informationen. Was bewirkt Augenkontakt im beruflichen Umfeld?
Positive Interpretationen
- Langanhaltender Blickkontakt strahlt Dominanz aus
- Augenkontakt halten zu können/zu dürfen wird mit Stärke gleichgesetzt
- Der Blick in die Augen vermittelt Selbstbewusstsein
- Lächle und Deine Augen lächeln mit
- Langer Blickkontakt unterstreicht wichtige Argumente
- Ein Blick ins Gesicht genügt und wird vom Zuhörer meist schon als Blickkontakt gewertet
Negative Interpretationen
- Übertriebener Augenkontakt kann einschüchtern wirken
- Dominanz kann zu Aggression führen
- Zu exzessiver Blickkontakt erweckt Skepsis und fördert Widerstand
- Dein Gegenüber könnte sich beobachtet fühlen
- Kulturelle Unterschiede führen bei Augenkontakt zu Missverständnissen
- Häufiges Blinzeln beim Sprechen ist normal. Beim Zuhören gilt es als Anzeichen für Langeweile5
- Nordeuropa und Nordamerika – Der Blickkontakt zum Gesprächspartner wird erzieherisch antrainiert und daher meist gesucht sowie geschätzt.
- Südeuropa und Lateinamerika – Während Kinder bei Zurechtweisung wegschauen sollen, wird Blickkontakt bei Erwachsenen als intensives Flirtmedium genutzt.
- Islamisch geprägte Länder – Blickkontakt zu fremden Frauen ist verpönt. Dasselbe Geschlecht darf sich intensiv in die Augen schauen. Aber nicht zwingend aus Interesse, sondern vielmehr um die eigentlichen Absichten des anderen zu erforschen.
- Japan – Zu langer Blickkontakt wird als mangelnder Respekt interpretiert. Blicke gelten als sehr intim und Japaner wollen die Privatsphäre des anderen wahren.
TIPP: Den Blick nicht zu häufig zwischen den Augen Deines Gegenübers wechseln. Das wirkt ängstlich und vermittelt Unsicherheit.
Im Notfall richtest Du den Fokus auf den Bereich zwischen den Augen (den Nasenrücken). Lehne Dich etwas zurück. Solange die Entfernung zum Gegenüber stimmt, bemerkt das kaum jemand.
Blickkontakt beim Flirten – 7 Tipps
Beim Kennenlernen solltest Du unbedingt auf die Blicke Deiner Gegenüber achten und Deine eigenen als Stilmittel zum Flirten einsetzen.
- 1. Zur Kontaktaufnahme – Im Club, auf der Straße oder im Supermarkt, finde heraus, ob Dein Blick erwidert/wahrgenommen wird.
- 2. Keine Scheu – Wenn der Augenkontakt aufgenommen wurde, blicke keinesfalls sofort wieder beschämt weg. Gönne Dir den Moment und schenke ein Lächeln.
TIPP: Versuch die Augenfarbe der Frau zu erfassen und schon sind ein paar Sekunden um. - 3. Kein Starren – Ein lüsternes Begaffen aus der Ferne oder ein Mustern aus der Nähe führen nicht zum gewünschten Erfolg.
- 4. Blick halten ja, aber nicht um jeden Preis – selbst im Gespräch musst Du nicht ständig den Augenkontakt erzwingen. Ein Blick hier und dort gestaltet das Kennenlernen interessant.
- 5. Als Feedback – Blickkontakte gepaart mit einem sachten Nicken lassen Dich positiver erscheinen6 und zeigen, dass Du Dich für das Gespräch interessierst.
- 6. Ohne Worte – aber dafür mit Blickkontakt. Einen Moment die Umgebung ausblenden und sich in den Augen der Gegenüber verlieren. Funktioniert natürlich nur, wenn sie die Blicke erwidert. Aber der wortlose Austausch mit den Augen kann für prickelnde Momente sorgen.
- 7. Mit Übung – vergehen Unsicherheit und Nervosität. Übung macht den Meister!
TIPP: Beim nächsten Gang durch die Stadt versuchst Du, anderen Personen in die Augen zu blicken. Richte Deinen Körper auf, blicke nach vorne und versuch kurzen flüchtigen Augenkontakt herzustellen.
INFO: Nutze den Augenkontakt, um selbst Feedback zu erhalten. Alles, was für Dich gilt, kann natürlich auch auf Dein Gegenüber angewandt werden. Sieht sie Dir nicht in die Augen, ist sie entweder nervös oder mit geringer Aufmerksamkeit bei der Sache.
Übrigens: Häufiges Augenklimpern gilt zwar als Unterwerfungsgeste, kann aber eine Interessensbekundung seitens der Frau darstellen.

„Die Einladung zum Flirt wird mit den Augen geschrieben.“
Was bedeuten Blicke in die Augen im Allgemeinen?
» Die Augen zeigen auf das, was wir wollen… Ein Dreiecksblick (Auge-Mund-Auge) kann das Verlangen nach einem Kuss signalisieren. Generell richten wir unseren Blick auf das, was uns interessiert.
» Wir suchen den Blickkontakt, wenn… wir von einer Person Aufmerksamkeit sowie Zuneigung verlangen oder einfach sympathisch wirken wollen.

» Ebenfalls wollen wir Augenkontakt aufbauen, wenn… wir uns zum anderen hingezogen fühlen oder Interesse wecken wollen.
» Wirst Du mit Blicken fixiert… und das Verhalten artet zum Starren aus, sollte die Geste einschüchternd wirken.
» Aufgebauter Blickkontakt schlägt eine Informationsbrücke… Durch erhöhte Aufmerksamkeit steigt Deine Überzeugungskraft und Informationen lassen sich besser transportieren.

Aber keine Panik: Du musst nicht jedem Anwesendem tief ins Gesicht sehen. Flüchtig schweifende Blicke über das Publikum reichen völlig aus.
» Blickkontakt kann Zustimmung erzeugen… Beobachtete Menschen verhalten sich ehrlicher, konformer und zustimmender.7
» Oder Widerstand erzeugen… Zu intensiver Augenkontakt könnte als Manipulationsversuch verstanden werden und zu gehäuften Ablehnung (ein „Nein“) des Gegenübers führen.8
» Den Bereich rund um die Augen nicht vergessen… Mal die Augenbrauen zu heben, vermittelt Freude und Interesse.
» Distanz und Blickkontakt hängen zusammen… Je näher der Gesprächspartner, desto schwieriger könnte es Dir fallen, ihm/ihr in die Augen zu sehen.
TIPP – Mit diesem Training wird es Dir leichter fallen, im Alltag Blickkontakt zu halten:
Während auf dem Gehsteig die meisten ihre Sicht zum Asphalt senken, richte Dich mal auf und blicke gerade nach vorne. Mal abgesehen, dass die gerade Haltung Selbstbewusstsein vermittelt, ermöglicht Dir der aufrechte Gang, in die Gesichter der Passanten zu blicken.
Schau den Personen einfach mal kurz die Augen. Nimm ihre Mimik wahr. Der flüchtige Blick ist keinesfalls peinlich. Falls sich zufällig die Blicke treffen, kein Problem – schenke ein seichtes Lächeln. 😉
Warum manchmal kein Blickkontakt zustande kommt
- Unsicherheit, introvertiert – Wie erwähnt mangelt es an Übung oder Vorbereitung.
- Falsches Spiel – Der Gesprächspartner will einen Betrug oder Lügen verstecken. Die Augen würden unter Umständen die Wahrheit preisgeben.
„Kannst Du mir überhaupt in die Augen schauen?“ oder „Schau mir in die Augen…“ – In kritischen Gesprächen verlangen wir sogar den Augenkontakt - Emotionen verstecken – Ob Wut oder Tränen, manch einer wendet sich ab, um seine Gefühle nicht zu offenbaren.
„Die Augen sind die Fenster der Seele.“
- Niedrige soziale Stellung – Den Blick abzuwenden kann eine unterwürfige Geste sein. Soziale Ängste oder großer Respekt werfen die Frage auf: „Darf ich dem anderen überhaupt in die Augen sehen?“
- Höhere soziale Stellung – Wer meint über anderen zu stehen, würdigt andere nicht mal eines Blickes. Die Überheblichkeit zeugt von Desinteresse und einem protzigen Ego und vermittelt Dominanz.
- Kein Interesse – Fehlender Blickkontakt könnte darauf hindeuten, dass er/sie nicht ganz einfach nicht mit Dir sprechen will. Ob genervt, zu aufdringlich oder aus Langeweile, die Gründe können vielseitig sein. Auch optische Abneigungen oder Ekel führen dazu, wegzuschauen.
FAQ kompakt – Blickkontakt
Laut der Untersuchungen nicht länger als 3,3 Sekunden. Wobei dies nur für den ersten Kontakt gilt. Danach hängt die Dauer stark vom Ereignis und dem Beziehungsstatus ab.
In hitzigen Situationen wird Blickkontakt als Konfrontation gesehen und könnte weitere Aggressivität provozieren. Oder wenn der Augenkontakt für die andere Person als sehr unangenehm empfunden wird.
Studie behaupten, dass die Augenfarbe alleine Deine Attraktivität nicht beeinflusst. Vorlieben für Augenfarben sind also subjektiv.
Solange die Sonne nicht blendet, ganz klar Nein! Die Sonnenbrille schafft Distanz und unterbindet ein wichtiges Kommunikationsmittel.
Viele schüchterne Menschen verunsichert der Blickkontakt. Er wird als peinlich empfunden. Es fehlt die mangelnde Routine (Übung).
Zudem erfordert Blickkontakt Energie. Gerade bei intensiven Denkprozessen, schwierigen Gesprächen oder einfach Nervosität schützen wir unser Gehirn vor Überlastung.
Fazit – Mit den Augen sprechen
Wann und wie viel Blickkontakt einzusetzen ist, hängt stark vom Beziehungsrad zwischen Dir und dem Gesprächspartner ab. Wir beziehen uns hier hauptsächlich auf den ersten Kontakt.
Unter Freunden oder Familie schafft Augenkontakt eine respektvolle Verbindung. Es unterstreicht Dein aktives Zuhören und vermittelt ein aufrichtiges Interesse an der anderen Person. In Deiner Beziehung führen tiefe Blicke, nun, das müssen wir hier vermutlich nicht ausführen.
Trau Dich, unabhängig von Deiner Augenfarbe Deine Blickkontakte, als Kommunikationsmedium bewusst einzusetzen. Es macht Spaß und verrät so einiges über Dein Gegenüber.
Was sind Deine Erfahrung mit Augenkontakten? Scheust Du noch den Blick oder setzt Du Deine Augen bereits gekonnt ein? Lass es uns unten in den Kommentaren wissen!
Quellen & weitere Infos
3 Scientific American – Eye Contact: How Long Is Too Long?
4,7 Psylex – Blickkontakt, Augenkontakt (Psychologie, Psyche)
5 Karriere Bibel – Blickkontakt: Wie lang ist zu lang?







2 Kommentare
Ich kann nur jeden raten: Blick nach vorne und schaut den Leuten auf der Straße in die Augen. Bestes Training. Macht Selbstbewusst und hat mir echt geholfen sich an den Blickkontakt zu gewöhnen.
Hallo Oli – guter Tipp. Viele Menschen sind den Blick in andere Gesichter es tatsächlich nicht gewohnt und empfinden den direkten Anblick als unangenehm. Flüchtige Blicke auf der Straße auszutauschen ist auf mehreren Ebenen spannend.